Ein unvergesslicher Fliegertrip: Von Mühlacker an die Küste und nach Dänemark
Für zwei unserer Vereinsflugzeuge ging es kürzlich auf einen großen Reisetrip quer durch Norddeutschland bis nach Dänemark. Eine Reise voller Eindrücke, traumhafter Landschaften und toller Kameradschaft.
Tag 1: Flucht vor der Hitze ans Meer
Der Startschuss fiel an einem Montag am Hangensteiner Hof. Sven und Alex machten sich mit unserem Motorsegler auf den Weg. Schon am Startplatz staute sich die warme Sommerluft, und es wurde in den Cockpits ziemlich ungemütlich. Umso befreiender war das Gefühl, endlich abzuheben, Höhe zu gewinnen und die deutlich kühlere, frische Luft da oben zu genießen.
Auf Höhe von Frankfurt mussten wir unsere Flughöhe allerdings deutlich reduzieren, um sicher unter dem groß angelegten Frankfurter Luftraum zu bleiben. Kaum waren wir tiefer, merkte man sofort wieder die drückende Hitze des Tages. Sobald der Luftraum jedoch passiert war, hieß es wieder: Nase hoch, Höhe machen und über den Wolken direkten Kurs auf Heide-Büsum nehmen.
Es ist immer wieder ein Wahnsinn, wie schnell man von Mühlacker aus das Meer erreichen kann! Nach einer reinen Flugzeit von 3:40 Stunden setzten wir zur Landung an. Bedingt durch guten Wind und die gewählte Flughöhe hatten wir sogar noch genügend Kraftstoff für mehr als 1,5 Stunden in den Tanks – ein beruhigendes Gefühl. In Heide-Büsum schlugen wir direkt neben unserem Flieger das Zelt für die nächsten zwei Tage auf. Campen am Flugplatz hat einfach sein ganz eigenes, herrliches Flair. Mit Leihfahrrädern blieben wir am Boden mobil und ließen den ersten Abend bei einem guten norddeutschen Essen in Heide-Büsum entspannt ausklingen.
Tag 2: Dänemark ruft
Der nächste Morgen begann mit einer wunderbaren Überraschung: Die Betreiber am Platz begrüßten uns heimlich, aber unfassbar gastfreundlich mit frischem Kaffee und dem Schlüssel für eine warme Dusche. Ein perfekter Start in den Tag!
Gut gestärkt hieß unser nächstes Ziel Stauning in Dänemark. Nach rund 1,5 Stunden Flug über malerische dänische Landschaften landeten wir auf dem riesigen Flugplatz, an dem auch das bekannte Danmarks Flymuseum stationiert ist. Der Name ist hier absolutes Programm, wie wir schnell feststellen durften. Wir wurden herzlich empfangen und machten uns direkt auf den Weg in die Ausstellungshalle.
Von historischen Motoren bis hin zu den allerersten Anfängen der skandinavischen Luftfahrt gab es unzählige spannende Exponate, toll restaurierte Doppeldecker und seltene Militärmaschinen zu sehen. An einem Punkt im Museum wunderten wir uns allerdings über eine auffällig leere Stellfläche mitten in der Halle. Es schien fast so, als wäre das absolute Prunkstück der Sammlung gerade ausgeflogen. Und tatsächlich: Just in diesem Moment hörten wir draußen ein sattes Motorenbrummen. Wir staunten nicht schlecht, als sich die großen Hallentore öffneten und ein historisches Flugzeug nach einem Rundflug direkt zurück an seinen Ausstellungsort im Museum gerollt wurde. Klasse, wenn Geschichte so lebendig gehalten wird!
Die Zeit verging nicht nur wie im Flug, sondern auch im Museum viel zu schnell. Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg nach Heide-Büsum. Dort wurden wir bereits von weiteren Vereinskameraden erwartet, die am Dienstagmorgen mit unserer WT9 Dynamic in nur knapp 3 Stunden vom Hangensteiner Hof nach Heide-Büsum nachgekommen waren. Von nun an waren wir also mit zwei Vereinsflugzeugen unterwegs. Den Abend ließen wir bei einem erneuten gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen, bei dem natürlich ausgiebig Fliegergeschichten ausgetauscht wurden.
Tag 3: Insel-Idylle auf Ærø
Am Mittwoch hieß es: Zelte abbauen. Dänemark ist landschaftlich und menschlich wirklich eine Reise wert – die endlosen Naturstrände, die raue Küstenlinie und die unglaubliche Entspanntheit der Menschen haben uns absolut in ihren Bann gezogen.
Für uns im Motorsegler ging es nun weiter auf die dänische Ostseeinsel Ærø. Da der knapp einstündige Flug von Heide-Büsum aus größtenteils über offenes Wasser führte, trugen wir stets unsere Schwimmwesten.
Ærø glänzt mit pittoresken, bunten Häuschen und einem ebenso idyllisch gelegenen Flugplatz direkt am Wasser. Wir liehen uns sofort Fahrräder aus und radelten in den Hauptort Ærøskøbing. Dort genossen wir frische Fischbrötchen, ließen die Füße ins kühle Ostseewasser baumeln und genossen einfach nur den Tag.
Im Anschluss nahmen wir Kurs auf Deutschland. Unser nächstes Ziel war Wismar, wo wir uns erneut mit unseren Vereinskollegen aus der WT9 trafen. Wismar ist eine architektonisch tolle Stadt, die wir am Abend gemeinsam erkundeten. Auch hier schlugen wir unser Nachtlager wieder stilecht direkt neben den Flugzeugen auf.
Tag 4: Ostseeküste, Kreidefelsen und fliegende Legenden
Nachdem die Zelte am nächsten Morgen wieder eingepackt waren, starteten wir zu einem absoluten landschaftlichen Highlight: einem Flug entlang der wunderschönen Ostseeküste.
Wir passierten die Strände von Rostock, schwebten über Rügen und bestaunten die berühmten Kreidefelsen aus der Vogelperspektive, bis wir schließlich im Osten der Republik in Heringsdorf landeten. Unser Ziel dort war der Hangar 10 – ein Museum, in dem viele ikonische Flugzeuge nicht nur stehen, sondern mit viel Liebe flugtauglich gehalten werden.
Nach einer kleinen Stärkung und einem Dessert traten wir die letzte Etappe des Tages an. Es ging zu unserer letzten Übernachtung nach Purkshof, etwas nördlich von Rostock. Auch an diesem charmanten Platz konnten wir uns wieder Fahrräder schnappen und zu einem leckeren Abendessen in der Umgebung radeln.
Tag 5: Wehmütige Heimreise
Am frühen Freitagmorgen schwangen wir uns noch einmal auf die Räder, fuhren zum örtlichen Bäcker und genossen ein ausgiebiges letztes gemeinsames Frühstück. Danach hieß es wehmütig Abschied nehmen von der Küste, und wir traten die Rückreise gen Süden an. Mit einem praktischen Zwischenstopp zum Mittagessen in Ballenstedt ging es schließlich auf die letzte Etappe zurück zum Hangensteiner Hof.
Am Ende dieser Reise stehen zahlreiche Flugstunden, rund 3.000 zurückgelegte Kilometer und unzählige Bilder im Kopf auf dem Konto. Wir freuen uns schon jetzt riesig auf das nächste Abenteuer!
