Aufwinde

Thermik - und wie sie genutzt wird

Segelflugzeuge können stundenlang in der Luft fliegen und dabei Strecken von mehreren hundert, ja sogar über 1.000 Kilometer zurücklegen, und das ohne Motor. Der Weltrekord liegt bei 3.000 Kilometern.

Der "Motor" ist die Sonne. Sie heizt den Boden je nach Beschaffenheit unterschiedlich stark auf, bis sich das aufgeheizte Luftpaket vom Boden abhebt und wie in einer Luftsäule nach oben steigt, genannt Thermik. Durch gezieltes Kreisen in diesem Aufwind gewinnt der Segler rasch an Höhe. Das selbe Prinzip nutzen auch Vögel, die nicht selten aus dem Flugzeug beobachtet werden können.

ThermikOft kondensiert feuchte Luft in der Höhe und bildet Haufenwolken (Cumulus). Diese markieren dem Segelflieger die Thermik. Somit kann er von Wolke zu Wolke weite Strecken quer durch Deutschland zurücklegen.

Bei manchen Wetterlagen gibt es auch Thermik, ohne dass sich Wolken bilden. Diese nennen wir Blauthermik (weil man nur den wolkenlosen Himmel sieht). Bei guter Thermik sind Höhen von über 2.000 Metern ohne weiteres zu erreichen.

Hangaufwind

HangflugSeit dem Anfang der Segelfliegerei wird der Hangaufwind genutzt. Die anströmende Luft wird durch das Hindernis des Hangs bzw. Bergrückens nach oben umgelenkt. Je nach Neigung und Höhe des Hangs, muss der Wind mit einer Mindestgeschwindigkeit wehen. In der so entstehenden Aufwindzone fliegt man mit dem Segelflugzeug entlang. Im Gegensatz zum Thermikflug wird hier nicht gekreist, sondern in langgezogenen Achten oder einfach geradeaus geflogen. Zum Beispiel entlang der Bergstraße kann man bei entsprechendem Westwind von Leimen bis Eberstadt über 50 km weit ohne jeden Kreis fliegen.

Wellenaufwind

SchwarzwaldwelleTrifft eine kräftige Luftströmung nahezu senkrecht auf ein Hindernis (Gebirge, Mittelgebirge), so kann sich die Luftmasse in der Atmosphäre aufschwingen. Es entstehen Wellenaufwinde mit mehreren Schwingungen, die sich windabwärts auch hinter dem Gebirge fortsetzen. Am Scheitel der Wellen entstehen -genügend Feuchtigkeit vorausgesetzt- die typischen Linsenwolken (altocumulus lenticularis) . Wellenaufwinde können Segelflugzeuge bis über 10.000 Meter Höhe tragen. Spätestens ab 4000 Meter Höhe muss sich der Segelflieger mit künstlichem Sauerstoff versorgen. Bei Föhnwetterlagen entstehen über den Alpen oft Wellenaufwindlagen. Aber auch in  unserer näheren Umgebung, über dem Schwarzwald (Murgtalwelle) oder dem Pfälzerwald entstehen öfter nutzbare Wellen.